#75 Börsenerfolg heißt manchmal auch: Nicht kaufen
Shownotes
Zwischen Turniervorbereitung an der Côte d’Azur und klaren Marktanalysen wird deutlich: Auch in bewegten Börsenzeiten gilt Disziplin vor Aktionismus.
Im Fokus stehen drei Unternehmen, bei denen Insider zuletzt beherzt zugegriffen haben – doch das Urteil fällt differenziert aus. Bei ThyssenKrupp bewertet er die konzertierten Käufe des Vorstands zwar als starkes Signal, bleibt jedoch skeptisch. Nach dem Verkauf der Aufzugssparte, der Abspaltung von ThyssenKrupp Marine Systems und dem Umbau zur Holding steht der Konzern weiterhin unter strukturellem und politischem Druck. Hohe Investitionen in die CO₂-Transformation, Unsicherheiten im Stahlgeschäft und fehlende Ergebnisdynamik sprechen aus seiner Sicht gegen ein Investment – trotz optisch günstiger Bewertung.
Auch bei All for One Group, einem IT-Dienstleister mit Schwerpunkt auf SAP- und Digitalisierungsprojekten, überzeugt ihn das Chance-Risiko-Verhältnis nicht. Projektabhängige Erträge, starke internationale Konkurrenz und stagnierende Gewinnperspektiven dämpfen die Fantasie – trotz deutlicher Kurskorrektur seit den Hochs.
Der dritte diskutierte Titel, Amadeus Fire, sorgt mit auffällig häufigen Insiderkäufen für Aufmerksamkeit. Doch auch hier bleibt Ramge kritisch: Ein anspruchsvolles Bewertungsniveau, begrenztes Wachstum und mögliche Disruptionsrisiken durch KI im Personalbereich lassen ihn Abstand halten.
Nicht jeder Insiderkauf ist automatisch ein Kaufargument. Wer langfristig erfolgreich investieren will, braucht mehr als nur positive Signale aus dem Management – entscheidend sind nachhaltige Geschäftsmodelle, planbare Erträge und überzeugende Perspektiven
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