#105 Knorr, thyssenkrupp & Dräger: Sind diese Millionen-Käufe nur eine teure Falle?
Shownotes
Wir nehmen drei spektakuläre Millionen-Moves unter die Lupe, die den deutschen Markt gerade in Atem halten. Den Auftakt macht ein massives Manöver bei Knorr-Bremse, wo die gesamte Führungsriege im exakt gleichen Moment mit identischen Stückzahlen zugeschlagen hat. Ist dieser konzertierte Kauf das ultimative Vertrauenssignal in ein restrukturiertes Management mit beeindruckenden Margen, oder verbirgt sich hinter dem zyklischen Rekordhoch eine gefährliche Falle? Die Spannung steigt beim zweiten Fall, einem gigantischen und brandneuen Spin-off aus dem ThyssenKrupp-Imperium. Der CFO persönlich hat hier investiert, um den schlafenden Werkstoff-Riesen in eine margenstarke Zukunft zu führen – doch ein schonungsloser Blick auf das extrem kapitalintensive Geschäftsmodell offenbart, ob wir hier vor einer echten Goldgrube oder nur einer schön verpackten Illusion stehen. Zum großen Finale knöpfen sich die Experten die traditionsreiche Medizintechnik-Dynastie Dräger vor. Trotz eines gewaltigen technischen Burggrabens und eines massiven Insiderkaufs der Familie bringt ein tiefer Tauchgang in die Bilanzen der letzten zwanzig Jahre und brisante FDA-Rückrufe eine unerwartete Realität ans Licht.
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00:00:00: Hallo liebe Persewios-Fans, wir sind wieder dran.
00:00:02: Wir sind es wieder, Rainer Lämmer und ich.
00:00:06: Wir machen heute einen Insider-Podcast und fangen an mit Knorr.
00:00:11: Bei Knorr hat der gesamte Vorstand gekauft immer die gleiche Stückzahl, immer die gleichen Menge, zu einem Fünfzigtausend.
00:00:18: Das klingt so ein bisschen ... Wenn vier vom Vorstand kaufen, klingt das bisschen ... Die Jungs müssen oder?
00:00:26: Naja, ich glaube die wollen uns ein starkes Vertrauenssignal setzen.
00:00:31: Die Aktie, die auch jetzt relativ gut gelaufen ist so hoch in Anführungsschlichen noch zu kaufen.
00:00:38: Ich bin da aber links etwas zurückhaltend.
00:00:41: Erst mal Knorr macht Bremsen.
00:00:44: Knorbremse is also Programm.
00:00:45: Der Name für LKW und Schienenfahrzeuge Ist schon ganz lange am Markt Und im Jahr zwanzig ist der Hauptaktionär Heinz Hermantide gestorben.
00:00:54: Es gab Riesenpalaver Bis man dann endlich es geschafft hat, eine Familienstiftung zu gründen.
00:00:59: Die heute neunfünfzig Prozent von Knor hält und B diese ganzen Erbschaftsteuern zu regeln.
00:01:05: also man hat vier Milliarden Euro bezahlt vor drei Jahren Und das Ganze ist jetzt sozusagen auch in trockene Tüchern.
00:01:12: die Stiftung wird von den ehemaligen Fresenius Vorstand Stefan Sturm geleitet.
00:01:18: Das heißt wir haben jetzt hier inzwischen auch übrigens mit dem Marc Listo-Seller der gerade gekauft hat unter anderem auch als CEO ein sehr professionelles Management vor uns, das eine ordentliche Re-Strukturierung hingekriegt hat und was z.B.
00:01:35: unter anderem zur Emitmarchen von sechzehn Prozent geführt hat – sehr erfolgreich!
00:01:39: Grundsätzlich haben wir da einen Burggraben durch hohe Sicherheitsanforderungen der Systeme ICE und KONES grüßen.
00:01:46: Das ist schon mal grundsätzlich alles sehr positiv aber die Bewertung ist hoch.
00:01:51: Der Kurs von... von... ...von... ...zwo-tausenddreinzwanzig lag man bei viervierzig Euro.
00:01:56: Wir sind jetzt auf hundertfünfzehn im Allzeithoch gestiegen, sind aktuell heute bei ungefähr neunzig Euro.
00:02:03: Das ist schon alles.
00:02:04: auch vom KGV wäre einundzwanziger für das laufende Jahr sehr teuer!
00:02:09: Der Tragschätzung Bröcke in Zeitablauf leicht ab,
00:02:14: d.h.,
00:02:14: die Analysten werden vorsichtiger Und das passt insgesamt auch zur etwas verhaltenen Konjunktur in den Aussichten, in Deutschland und in den Nachbarländern.
00:02:21: In meinem Frankreich wird da noch wahrscheinlich mal ein bisschen Palaver kommen.
00:02:27: Die Veränderungen der Ertragsschätzung sind im Moment geschätzt auf plus zwanzig Prozent im nächsten Jahr.
00:02:33: Das finde ich sehr ambitioniert.
00:02:36: zu ambitioniert weil wir ja auch mit dem Kurs nah am Allzeit hoch sind und ich finde zu einem insgesamt zyklischen Geschäft Kann man das auf diesem Niveau nicht mehr kaufen?
00:02:46: Also ich würde den Kauf hier nicht folgen, auch wenn es keine individuelle Anlageberatung ist.
00:02:51: Sondern eine journalistische Meinung und möglichst sachtgerechte Darstellung.
00:02:55: Sehr gut!
00:02:55: Ja hätte sich fast auch gerade sagen wollen aber jetzt haben sie das gemacht ja und dann gibt es einen Kauf.
00:03:02: bei dem TK-Aktilist habe ich gedacht nie von gehört vorher.
00:03:08: Die ist aber auch völlig normal, dass man nie davon gehört hat vorher.
00:03:11: Weil das eine Ausdienung, eine ganz brandaktuelle neue Ausdietung von Tüssen-Krubb ist.
00:03:17: Also Daniel Vodera vorstandig hat gekauft ... Ja was ist damit zu tun?
00:03:23: Was fangen wir damit an?
00:03:25: Also, Daniel Voderer is der CFO von TÜSN-KRUBB Material Services.
00:03:30: So hieß es bisher seit XXIII.
00:03:33: letzten Woche.
00:03:34: TKA, Celis GmbH und KOKG.
00:03:37: Tüssen Group Material Services ist einer der führenden Werkstoffhändler und Lieferketten-Dienstleister in der Welt mit dreihundertachzig Standorten und fünfzehntausend Mitarbeitern.
00:03:50: Also wir haben hier vor uns das klassische Spin Off, wobei Tüßen Group die Mutter mit einfünfzig Prozent Mehrheitsaktionär bleibt, wie so häufig.
00:04:00: Denn diese Abspaltung folgt der Konzernstrategie, dass man aus einem riesen Industriekondomerat nun eine schlanke Holding macht und alles was nicht unbedingt dazu gehört mit einer Meeresbeteiligung erstmal an den Markt bringt.
00:04:14: Das war zuletzt bei Tüstengruppe Nuzera Wasserstoff der Fall Bei Tüssengruppe Marinesystems letztes Jahr auch mit dem Verkauf der Automation Engineering-Einheit im April dieses Jahres.
00:04:28: Und man vor sechs Jahren, so Jahr zwanzig, den Verkauft der Aufzugsabteilung an Private Equity, Advent und Zimmen.
00:04:37: Man führt diese Strategie also konsequent weiter.
00:04:41: Muss man Thyssenkop Akselis haben?
00:04:45: Da bin ich eher etwas zurückhaltend!
00:04:48: Denn die Hoffnung ist das allein durch die Abspaltung.
00:04:52: Tüssen guckt Material, sage ich mal.
00:04:54: Axeles endlich Margen stärker wird!
00:04:57: Das war nämlich bisher gar nicht der Fall seit Jahren nicht.
00:05:00: und die Ebita-Marge EBITDA also sehr umsatznah.
00:05:03: Rohertrag war im letzten Jahr nur zwei Prozent.
00:05:07: Also man dreht einen Riesenrack von, ich glaube, Umsatz elf Komma vier Milliarden macht aber nur zweihundertdreißig Millionen EBITTA.
00:05:15: da bleibt als Gewinn viel weniger über.
00:05:19: Und das ist das Problem Die Größe des Unternehmens gäbe locker eine Skalierung her, inklusive auch einer Verdopplung der Margen.
00:05:27: Das ist nämlich das Ziel dieser neuen Firma und das alten Vorstandes, der schon X Jahre dabei ist seit ... ... im Schnitt oder länger, neunzehn?
00:05:37: Neunzehnt der Daniel Wodollmann als neunzent.
00:05:39: Aber ich ... Glaube da nicht so richtig daran, weil das Geschäft sehr kapitalintensiv ist.
00:05:45: Wäre immer auch hohe Lagerbestände, hohes Umlaufvolumen... Das ist alles sehr zäh.
00:05:51: und asset heavy und nicht endlich.
00:05:54: Asset light.
00:05:55: insofern übrigens sinken der Stahlpreise oder steigen Kosten schlagen hier direkt überproportional zu buchen.
00:06:01: deswegen auf dem Niveau wir sind jetzt bei Euro.
00:06:05: sixundzwanzig pro Aktie kann ich den ganzen nicht folgen, das ist maximal eine Turn-on Story aber da würde ich jetzt nicht reinfassen.
00:06:12: Also Abspaltung allein ist kein Allheilmittel?
00:06:16: Hätte man den Vorstand vielleicht abspalten müssen, aber ... Nee!
00:06:19: Ich meine aus Holingsicht und Muttersicht ist es ja konsequent Aber die reine Abspaltung verbessert das Geschäftsmodell natürlich noch nicht.
00:06:26: Bist du für.
00:06:27: Na gut Trägerwerke haben wir als letzten Kauf da hat Doktor Heinrich Dräger GmbH gekauft Relativ viel, dreihundertvierzigtausend
00:06:37: Euro.
00:06:38: Ja aber der Kurs ist auch schon ziemlich reif ne?
00:06:41: Der ist sehr reif noch nicht mal frühreifst sondern sehr spät reif.
00:06:44: also die Doktor Heinrich Dreger is die Beteiligungsholding der Familie und hält ungefähr neunundsechzig Prozent der Stammarktien.
00:06:52: das ist jetzt schon dritte Generation und insofern auch alt hergebracht.
00:06:57: ich beobachte die Firma Dräger schon seit über zwanzig Jahren Und ich finde, es ist ein Unternehmen mit guten Produkten und einem hohen technischen Burgraben.
00:07:06: Man macht Medizintechnik, Beatmungs-, Anästhesiegeräte, Inkubatoren, Patienten-Monitor in Krankenhäusern usw.
00:07:13: Der zweite Teil ist Sicherheitstechnik, Atemschutz, Gasmahnsysteme für Feuerwehrindustrie, Verteidigung, Alkohol- und Drogentests.
00:07:22: übrigens auch wenn sie damals in das berühmte Röhrchen blasen kommt das mit Hoher Wahrscheinlichkeit von Dräger.
00:07:27: Also technischer Programm vorhanden, der eigentlich langfristig höhere Marschen sichern müsste.
00:07:33: Schrägstrich dürfte konjunktiv des Wunsches!
00:07:35: Aber genau das ist in den letzten zwanzig Jahren nicht passiert.
00:07:39: Ich habe mal zurückgeguckt, im Jahr die Ebbing Marge lag bei acht Komma zwei Prozent.
00:07:45: Letztes Jahr bei sechs Komma sieben.
00:07:48: In diesem Jahr prognose sechs bis acht.
00:07:50: also bleiben wir in diesem Korridor weil hohe Bewegungskosten, hohe Zulassungskosten der Sicherheitstechnik Hohe Kosten für den international Vertrieb, die sind sehr aktiv in den USA und das ist teilweise auch das Problem.
00:08:03: Und wir haben sozusagen ein fragmentiertes Produktportfolio über all die Dinge, die ich gerade erwähnt habe, dass eigentlich keine größeren Skaleffekte in der Produktion und dem Vertrieb zulässt.
00:08:14: Das ist das Problem!
00:08:15: Auf zwanzig Jahres Sicht gesehen, also aus dem Jahr six mit fünfundzwanzig verglichen hat sich der Umsatz verdoppelt.
00:08:22: Das sind gerade mal drei Komma fünf Prozent Paar.
00:08:25: aber das Ebit Hier ist nur mit zwei Komma vier Prozent PA gewachsen, also unterdurchschnittlich.
00:08:31: Und nette Umsatzrendite auch gefallen von vier Komma drei auf vier Prozent hinzukommen.
00:08:36: Hohe Qualitätsprobleme allein.
00:08:38: die US-Aussichtsbehörde FDA hat in zwölftausendvierundzwanzig und zwanzig dreißicherheitsrelevante Produktbrückprodukt Rückrufaktionen dokumentiert.
00:08:50: Das heißt wir haben mit Räger eigentlich ein gutes Unternehmen mit guten Produkten aber Man hat viel zu wenig daraus gemacht aus den verschiedenen Kosten und anderen Effekten.
00:08:58: Der Kurs ist jetzt bei hundert Euro, der absolute Höchstkuss war bei hundertfünfundzwanzig.
00:09:03: Bei hundert euro waren wir aufs Jahrzehnt schon übrigens.
00:09:06: Also das Ganze ist kein Werttreiber, kein Langfristiger.
00:09:09: Das will ich damit sagen obwohl es eigentlich eine interessante technische Geschichte ist.
00:09:13: aber ich kann mich in dieser Nische nicht dauerhaft wohlfühlen und würde auch hier dem Kauf nicht folgen.
00:09:19: Okay muss er auch nicht sein!
00:09:21: Ja liebe Leute, liebe Lossebius-Fans LEM-Fans.
00:09:25: Wir hatten in dieser Woche nicht wirklich was, wo wir vor Hurra aufschreien ... Aber nächste Woche vielleicht wieder?
00:09:33: Wir sehen uns dann wieder in einer Woche!
00:09:35: Ja wohl.
00:09:36: Wir suchen uns das ja auch nicht immer aus.
00:09:38: Genau.
00:09:38: Wir müssen dasselbe was in der Datenbank der Bafin landet und da ist manchmal halt nichts dabei.
00:09:44: Ja, manchmal um nur Müll, ne?
00:09:47: Das war kein Müll jetzt.
00:09:47: Da muss ich besser als hier im Müllbereich.
00:09:50: Nein, nein deutlich.
00:09:52: Gut gut
00:09:52: Nächste Woche werden wir wieder tolle Werte sein.
00:09:59: Bis
00:10:04: dann,
00:10:11: ciao!
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